Das neue Frühbeet

Februar 25, 2019 Off By BlauerEngel

Jedes, aber auch wirklich jedes Mal, wenn ich durch den Garten laufe, kommen mir neue Ideen, was ich gerne machen oder haben möchte. Irgendwann darf ich nur noch mit verbundenen Augen raus… 🙂

Auf jeden Fall sind mir am Wochenende zwei neue Ideen gekommen: Ich möchte gerne dem alten Frühbeetkasten, der den Winter durch so ein bisschen planlos in der Gegend rum stand, einen neuen Platz und seine Aufgabe als Frühbeet zurück geben UND ich hätte gerne wieder ein Hügelbeet. Alles kein Hexenwerk, dieser Garten und der alte Stall bieten alles, was man dazu braucht. Und Platz haben wir auf der linken Seite des Gartenwegs im Nutzgarten ausreichend zur Verfügung.

Erst mal ist das Frühbeet dran! Neben dem Komposthaufen vom letzten Jahr ist ein schöner ebener Platz, der fast den ganzen Tag über Sonne hat – genau richtig, um den ersten zarten Pflänzchen den Start kuschelig warm zu machen. Da wir aktuell unter einer regelrechten Mäuse-Epidemie leiden – die Katzen dürfen ja erst seit Kurzem raus – muss die komplette Frühbeetfläche auf jeden Fall von unten mit Hasendraht gesichert werden. Ansonsten freuen sich nur die Mäuse über frischen Salat im April!

Vorsichtshalber schlage ich den Draht außen um das Frühbeet herum. Warum soll ich es den Mäusen einfach machen…?

Ins Frühbeet hinein kommt dann erst einmal eine Schicht “gereifter” Mist – das heißt beim Mist nicht alt, sondern gereift, sollte ich später für mich vielleicht auch mal überlegen: “Nein, ich bin nicht alt, ich bin gereift!” Das sorgt einerseits für warme Füße, weil beim Verrotten des organischen Materials Wärme entsteht, andererseits liefert der verrottete Mist auch Nährstoffe, für schöne große Salatköpfe.

Obendrüber muss dann eine dicke Schicht feine Gartenerde, was bei geschätzten dreihundert Quadratmetern Nutzgarten und jeder Menge bereits wieder entfernter Komposthaufen überhaupt kein Problem ist. Unter jedem Komposthaufen bildet sich nämlich durch die Aktivität der Bodenlebewesen, vom Regenwurm bis zur Mikrobe, eine feinkrümelige, humose Erde.

Natürlich wissen das auch die reichlich vorhandenen Wildkräuter, vor allem die Brennnesseln, zu schätzen. Also sollte man vor dem Einfüllen ins Frühbeet möglichst alles, was nicht nach Salat aussieht, aus der Erde entfernen. Gleichzeitig werden auch Steine und Zweige entfernt und die dickeren Erdklumpen zerbröselt.

Wie einfach sich die Brocken zerbröseln lassen, liefert auch einen guten Hinweis auf die Qualität der Erde. Wenn es heute Nacht nicht so kalt und die Erde etwas wärmer gewesen wäre, hätte ich das gerne ohne Handschuhe gemacht. Ich finde, es ist ein geradezu sinnliches Gefühl, mit den Fingern durch so eine feinkrümelige, humose Erde zu fahren. Und es riecht so gut!

Dann das Ganze noch ordentlich ins Frühbeet einschichten und etwa eine bis zwei Woche warten, bis die Verrottung in Gang gekommen ist. Danach dürfen dann die ersten Samen ins Beet.

Als ich dann mein Werkzeug sauber gemacht in den alten Stall räumen wollte, bin ich einem alten Bekannten begegnet. Kurz nach Weihnachten, als es mal ein paar Tage wieder richtig warm wurde, kroch er mit einem Kumpel, der nicht ganz so zerfleddert aussah, im Stall herum. Damals habe ich mir ordentlich Sorgen gemacht, ob er den Frühling überhaupt erleben würde, so zerzaust, wie seine Flügel aussahen. Aber er (oder sie) hat es geschafft! Und seinen Kumpel finde ich bestimmt auch wieder.

Ich habe das Tagpfauenauge dann zu einem Platz in der Sonne getragen, und als ich eine halbe Stunde später nach ihm sehen wollte, war er tatsächlich weggeflogen! Übrigens flatterte heute auch der erste Zitronenfalter durch den Garten, war aber zu scheu, um sich von mir fotografieren zu lassen.

Ach ja, ich hatte doch auch vor wenigen Tagen – wann war das, oh, vor zwei Tagen erst – geschrieben, dass die Krokusse im kalten Vogelsberg noch nicht so weit sind. Aber heute war es so weit, und diejenigen, die tagsüber die meiste Sonne haben, haben zum ersten Mal die Blüten geöffnet:

Schön!