Ferienwohnung, die Zweite!

Januar 6, 2019 Off By BlauerEngel

Naja, eigentlich ist Ferienwohnung in diesem Fall nicht der richtige Ausdruck. “Hotel zur Wildbiene” trifft es eher!

Mehrere Jahre hatten wir in Niederhöchstadt schon Baumscheiben und abgesägte Dachbalken mit unterschiedlich weiten Bohrungen versehen und an wettergeschützten Stellen im Garten positioniert. Dort sind vom ersten Jahr an besonders die “Gehörnten Mauerbienen” als Dauergäste in den angebotenen Wohnblöcken untergekommen. In den letzten beiden Jahren haben wir Anfang Sommer aber auch andere Insekten, der Taille nach eine Wespenart, in den kleineren Löchern ein- und ausfliegen sehen.

Als wir dann umgezogen sind, sind auch diese Insektenhotels mit umgezogen. Wir wissen ja nicht, wie viel Interesse oder Angst die nächsten Bewohner des Hauses an oder vor Wildbienen und Wespen haben werden…

Die letzten vier Wochen haben unsere sechsbeinigen Gäste dann übergangsweise im ehemaligen Stall, oberhalb der alten Mühle, verbracht. Und nachdem die Trockenmauer nun so schön freigelegt und dazu noch nach Süden ausgerichtet ist, war auch schnell klar, dass der Platz unter den Fliederbüschen vor der Mauer sicher auch was für unsere Bienchen ist.

Unter den ganzen Möbeln, die Traudl und Norbert nicht mit nach Lauterbach genommen haben, haben wir auch sehr schnell eine passende Holzkommode gefunden, alt und damit noch massiv gebaut. Und da viele der angebohrten Dachbalken von beiden Seiten bezogen werden können, muss die Kommode auch von der Rückseite her zugänglich sein. Also hat Klaus mit der Stichsäge ein großes Loch in die Bretter der Rückwand gesägt.

Aber wird die Kommode für alle Wohnblöcke ausreichen?

Selbst in dem kleinen Garten in Niederhöchstadt war Platz für seeehr viele Baumscheiben und Dachbalken!

Aber mit ein bisschen Rumprobieren und ordentlich Schichten hat tatsächlich alles Platz in der Kommode.

Jetzt muss das Ganze bloß noch halbwegs wetterfest gemacht werden. Auch Wildbienen mögen keine nassen Wände und Fußböden!

Glücklicherweise bieten Garten und Stall alles, was das Handwerkerherz an Materialien begehrt: Um nicht im ersten Winter schon abzusaufen, bieten zwei Bohlen und vier Klinker zusätzliche Bodenhöhe und verhindern, dass die vier Füße der Kommode uns direkt abfaulen. Eine alte Wachstischdecke schützt in erster Lage die Oberseite der Kommode vor herabfallender Feuchtigkeit. Die zweite Lage sollen alte Bieberschwänze mit zusätzlicher, daruter liegender Folie bilden. Aber wie groß muss die Dachneigung werden?

Klaus entscheidet sich für den pragmatischen Ansatz und schraubt einfach ein abgelängtes, schräg angeschnittenes Kantholz so auf die Kommodenoberseite, dass die erste Reihe Bieberschwänze mit leichter Neigung ungefähr fünf Zentimeter über die Vorderkante der Kommode reicht. Da wir, trotz Vollholzausführung, der Kommode nicht mehr als drei Reihen Bieberschwänze aufbürden möchten, ist schon vorgegeben, wo die anderen beiden Kanthölzer, die uns in diversen Dicken zur Verfügung stehen, platziert und, den korrekten Winkel immer im Blick, festgeschraubt werden müssen.

Zwischendurch machen wir dann auch noch die für uns unbegreifliche Entdeckung, dass es Bieberschwänze ohne “Nase” gibt, die auf einem Dach gar keinen Halt finden, sondern ungebremst nach unten schlittern würden… Mal sehen, ob die später für die noch fertig zu stellende Gartenweg-Einfassung zu gebrauchen sein werden.

So, ein Dach hat unser Hotel jetzt schon mal. Was noch fehlt, ist die Verkleidung der Seitenwände. Die hatten wir in Niederhöchstadt mit Dachpappe in Schindeloptik ausgeführt. Angesichts der verschindelten Wetterseite der alten Mühle würde das auch unserem Hotel sehr gut zu Gesicht stehen. Leider ist das aber so ziemlich das einzige Material, von dem wir noch nirgendwo etwas entdecken konnten. Bleibt also nur der Baumarkt, im Laufe der nächsten Woche!

Aber irgendwo zwischen Rohbau und schlüsselfertig sind wir schon angekommen!