Fundstücke (1)

März 3, 2019 Off By BlauerEngel

Manchmal scheint es ganz unglaublich, was man so alles auf 4700 Quadratmetern, in zwei Häusern, einem Stall, drei Garagen und einem Holzschuppen so alles finden kann, selbst nach dem Ausräumen…

In unserer alten Mühle ist die Einbauküche vermutlich genauso alt wie Norberts Kaufvertrag des Anwesens. Wir schätzen sie auf Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger Jahre, worauf Farben, Material und Ausführung schließen lassen könnten. Uns gefällt sie, so wie sie ist, und es ist alles drin, was die fleißige Hausfrau für die tägliche Verköstigung ihres Liebsten so braucht: Zwei große Spülbecken mit Warmwasser, Gasherd und -ofen, Dunstabzug, Kühlschrank (okay, der ist neu – aber nur, weil das Kühlaggregat vom alten nicht mehr abgeschaltet hat), großer Besenschrank, Arbeitsplatte und jede Menge Stauraum.

Die Küche ist in L-Form gebaut und zugegebenermaßen lässt sich auf den ersten Blick nicht erahnen, welches Geheimnis der äußerst rechte der Unterschränke verbirgt, neben dem ich morgens, mittags und abends am Tisch sitze.

Selbst auf den zweiten Blick muss man schon wissen, worauf man achten muss, um es zu entdecken. Das meint auch Iska, die immer als erste mit dabei ist, wenn Schranktüren oder Schubladen aufgemacht werden.

Erst beim Bücken, beim Auswaschen der Küchenschränke, hatte ich im Dezember das kleine Schätzchen entdeckt, das sich fast schüchtern hinten unter die Arbeitsplatte duckt: Eine alte Brotmaschine mit Kurbel!

Sofort kam wieder eine der alten Erinnerungen hoch: An die Küche von Oma Agnes, mit ihrem niedrigen Holz-Kochherd (oder war es Öl?), dem Boiler über dem Spülbecken und der alten Kurbel-Brotmaschine, die in einem der zwei oder drei Unterschränke versteckt war.

Na gut, unsere ist ein paar Mal irgendwo angeeckt, und in der einen oder anderen Metallrille hat sich ein bisschen Flugrost festgesetzt. Aber das Blatt ist noch verdammt scharf und hat beim ersten Reinigen dafür gesorgt, dass der Spülschwamm hinterher ersetzt werden musste – aber besser der Schwamm als die Finger! Die Einstellung für die Scheibendicke funktioniert ruckellos, wie am ersten Tag, und wir haben schon Brot damit geschnitten, das wir dann nicht kauen konnten, weil die Kruste schon so hart war!

Vor ein paar Tagen, als wir beim Frühstück saßen, kam mir dann ein Gedanke: “Du, wenn wir ins neue Haus umziehen, dann müssen wir mal schauen, in welchem Unterschrank wir die alte Brotmaschine montieren können.” “Klar, hab’ ich mir auch schon überlegt. Die zieht auf jeden Fall mit um!”

Fundstück gerettet! 🙂