Goldene Hochzeit

Dezember 30, 2018 Off By BlauerEngel

Nein, nein, nicht unsere! Wir waren gestern zur goldenen Hochzeit von Traudl und Norbert eingeladen, die sie in ihrer Wohnung in Lauterbach gefeiert haben.

Ich erlaube mir, die Familienanzeige, die die Tochter der beiden, Claudia, geschaltet hatte, hier abzubilden. Immerhin ist der Lauterbacher Anzeiger ja auch eine öffentliche Zeitung…

Den Text hat Claudias Mann Ralf verfasst, der, wie wir gehört haben, auch sehr gut Gitarre spielt. Wahrscheinlich wäre er im Mittelalter Minnesänger geworden. 🙂

Als wir ankamen, war der große Trubel schon vorbei, und wir saßen mit fast der ganzen Familie und zwei weiteren Freunden von Traudl und Norbert zusammen. Irgendwann kam dann zwangsläufig das Gespräch auch auf die Mühle und Robert und Thomas haben uns erzählt, was sie in den letzten Jahren schon alles umgebaut und neu gemacht haben an und in der Mühle und auch im neuen Haus.

Ein wenig anders wurde uns schon, als Thomas erzählte, dass vor vier oder fünf Wochen, also kurz bevor wir in die alte Mühle eingezogen sind, im neuen Haus im Partyraum die dort installierte Mikrowelle nicht mehr funktionierte. Auch eine zweite Mikrowelle, in die gleiche Dose gesteckt, funktionierte nicht. Problem erkannt: Nicht die Mikrowelle ist defekt, sondern irgend was an der Elektroleitung!

Als Elektroingenieur war es dann für Thomas ein Leichtes, die Dose zu öffnen und zu erkennen, dass das Elektrokabel so weit durchgebrannt war, dass sogar das Kupfer der Leitung geschmolzen war. Sein Rat als Fachmann: Die Elektrik aus den Siebzigern, obwohl schon dreiadrig verlegt, komplett erneuern. Niemand weiß, ob nicht noch irgendwo anders verschmorte Kabel warten, denn im Sicherungskasten für das ganze Haus befinden sich gerade mal zehn Sicherungen…

Eigentlich dachten wir, dass wir zumindest Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen im neuen Haus 1:1 übernehmen könnten, aber diese Erzählung lässt uns nun doch zweifeln. Aber das war noch nicht die letzte Geschichte!

Vor etwa fünf Jahren, erzählte uns Thomas dann, habe er in der Mühle, im Wohnzimmer, den Fußboden ausgegraben, auf der Nordseite. Dort würde zwar das Wasser für den kleinen Bach und den Springbrunnen im Garten in Rohren und Leitungen geführt. Aber über den Felsen, auf dem der obere Teil der Mühle direkt aufgebaut sei, würde immer wieder bei Regen Wasser ablaufen, von dem niemand wüsste, wo es lang fließen würde. Uns schwante Fürchterliches…

Klaus hatte zwar bei der ersten Besichtigung gefragt, ob es Schäden am Fachwerk der Mühle geben würde, aber die Maklerin hatte uns glaubhaft versichert, dass keine Schäden am Fachwerk bekannt wären. Das hörte sich nun doch etwas anders an.

Thomas hatte damals die Wandschwelle im Wohnzimmer freigelegt und bemerkt, dass etwa zwanzig Zentimeter des Holzes von unten durchgefeuchtet und morsch waren. Den morschen Teil hatte er entfernt und unterfüttert, um die Stabilität weiterhin zu gewährleisten. Eine Drainage sei aber außen nicht vorhanden…

Wir hatten ja von Anfang an damit gerechnet, dass die Sanierung der Mühle zeit- und kostenaufwändig werden würde, aber dass solch elementare Mängel vorhanden sein würden, hatten wir gehofft, mit unseren Fragen nach der Substanz der Mühle vor dem Kauf ausschließen zu können.

Nun, die ersten Überraschungen haben uns jetzt eher ereilt, als wir dachten, aber gestern Abend, wieder zuhause, waren wir uns einig, dass wir uns davon nicht schrecken lassen. Die Mühle ist und bleibt unser Traum, und wenn die Sanierung ein paar Jahre länger dauert, dann ist es eben so!