Heiliger Bimbach!

März 15, 2019 Off By BlauerEngel

Nein, ich habe mich nicht vertippt! Wer sagt denn, das es neben dem Heiligen Bimbam nicht auch den Heiligen Bimbach gegeben hat? Auf jeden Fall weiß ich jetzt, wo er gewohnt hat: In einem kleinen Ort kurz vor Fulda, durch den man durchfährt, wenn man die Vogelsbergbahn von Lauterbach aus nach Fulda nimmt.

Genau das haben wir heute Morgen getan, Klaus und ich. Klaus, um einen halben Tag in Frankfurt im Büro zu verbringen, ich, um einen halben Tag in Frankfurt beim Shoppen zu verbringen. Am Mittag waren wir dann beim Marokkaner, und am Nachmittag beim Notar, um den Verkauf unseres Hauses in Niederhöchstadt zu beurkunden.

Als wir uns vor einem knappen Jahr geistig und moralisch auf den Kauf eines Hauses mit großem Garten möglichst in Alleinlage vorbereitet hatten, war ich mir noch nicht so sicher, ob das der richtige Schritt für uns wäre. Inzwischen bin ich natürlich absolut davon überzeugt. Aber damals gab es noch diesen Hauch von Zweifel – alles zurücklassen, was wir uns in zehn Jahren aufgebaut hatten, Haus und Garten, Freundeskreis und Verwandtschaft (okay, die war ja sowieso da 😉 ), Kollegen und Lieblingsrestaurants…

Da sprachen wir davon, weil es finanziell nicht direkt notwendig wäre, das Haus in Niederhöchstadt sofort zu verkaufen, uns damit ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr Zeit zu lassen. Vielleicht würden wir ja merken, dass das Landleben doch nicht so toll wäre, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dann gäbe es immer noch die Möglichkeit, mit einem gewissen finanziellen Verlust, das “Landhaus” wieder zu verkaufen und weiterzumachen, als wäre (fast) nichts gewesen.

Inzwischen, und schon mit der Besichtigung der Schlagmühle, ist und war uns klar, dass wir keine bessere Entscheidung hätten treffen können! Alles richtig gemacht! Und mit der Unterzeichnung des Verkaufsvertrags ist das Ganze jetzt auch offiziell.

Wir sind sehr froh, dass unsere Nachbarn sich entschieden haben, das Haus zu kaufen. Menschen, die wir kennen und mit denen wir befreundet sind. Aber irgendwie dachte ich, ich müsste mich mehr freuen, ich müsste mehr erleichtert sein, aber es scheint, als wäre das Kapitel schon abgeschlossen gewesen für mich. Was jetzt nicht unbedingt ein Problem ist – wahrscheinlich freut man sich auch einfach mehr an den Dingen, müssen ja nicht unbedingt Häuser sein, die man kauft, als an denen, die man verkauft.

Aber trotz relativer Gefühlsflaute hat Klaus, als wir zuhause ankamen, eine Flasche Sekt – Losheimer Sekt – in die Gefriertruhe gelegt und nicht vergessen! Und die hat er eben geöffnet und uns zwei Gläser eingeschenkt. Keine Ahnung, wie alt der Sekt schon war, aber er hat noch geperlt und uns beiden gut geschmeckt!

Also: Heiliger Bimbach, ich bin jetzt weder besonders traurig noch besonders euphorisch, ich freue mich einfach für unsere Nachbarn. Aber ich bin jetzt auch schon ein bisschen angedudelt und werde gleich noch ein halbes Glas Sekt trinken, sofern noch was übrig ist!

PROST!!!

PS: Wenn das Ganze sich jetzt etwas unzusammenhängend liest, dann war der Sekt schlecht! 😉