Mahonia Mania

Dezember 30, 2018 Off By BlauerEngel

Die Mahonien im hinteren Teil des Nutzgartens müssen zum größten Teil raus, das war ja schon vor drei Tagen klar. Aber immerhin bieten ja auch die zu befreienden Brombeeren Bienen und Schmetterlingen Nahrung.

Und weil wir uns von dem Schrecken gestern noch ein wenig durch körperliche Arbeit erholen mussten, wollte Klaus im Holzschuppen zumindest so weit Ordnung schaffen, dass wir an alles dort drinnen endlich ran kommen. Außerdem war die Frage nach der Brennpaste offen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwo im Holzschuppen untergekommen war. Und die brauchen wir morgen für unser Käse-Fondue! Ich dagegen wollte mich weiter durch die Mahonien kämpfen.

Die Idee, einfach die Randsteine drin zu lassen und nur die Platten neu einzulegen, unter denen sich Wurzeln vergraben hatten, war verlockend. Aber leider nicht wirklich zielführend, weil ebenjene Wurzeln einen Teil der Platten stark angehoben hatten, was das Gehen und besonders auch das Führen der Schubkarre zu einem kleinen Hindernislauf machte…

Außerdem saßen auch die als Randsteine benutzten Biberschwänze, eine Idee, die wir auch in Niederhöchstadt im Garten umgesetzt hatten, nach dem Ausgraben der Mahonien nicht mehr wirklich fest im Sattel – pardon, im Boden. Also, doch erst mal alle Platten und Biberschwänze rausnehmen. Danach ging das dann auch viel einfacher mit dem Entfernen der Mahonien-, Brombeer- und allerlei weiteren Wurzeln.

Inzwischen weiß ich auch, dass man Mahonienwurzeln beim Herausziehen immer wieder bodenwärts nachfassen sollte. Sie haben nämlich die dumme Angewohnheit, wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter, plötzlich abzureißen. Und wenn man dann zu allem Überfluss auch noch ein relativ langes Stück Wurzel zwischen Anfasspunkt und Boden hat, den Rücken ordentlich durchgedrückt, um mit möglichst viel Kraft die Füße in den Boden zu pressen, dann verheißt das leise “Knack”, das die Mahonienwurzel von sich gibt, wenn sie sich vom Rest der Pflanze löst, nichts besonders Gutes!

Glücklicherweise ist das Moospolster auf der anderen Seite des Weges dick und weich und mein Arbeitshosenboden ziemlich widerstandsfähig! Also nichts weiter verletzt, außer dem eigenen Stolz…

Und den habe ich gleich wieder aufgebaut, als ich nach viereinhalb Stunden Arbeit alle Wurzeln am Weg entlang und auch auf dem Weg entfernt, zwei Randsteinstücke und, statt Biberschwänzen, zwei angebrochene Ziegel wieder eingegraben und die ersten dreizehn Gehwegplatten wieder ins Sandbett verlegt hatte!

Ja, ich weiß, es ist nicht sehr professionell… Aber es ist von mir und gut genug, wir sind ja nicht im Garten von Windsor Castle! Und wenn ich jetzt auf der einen oder anderen Wegplatte schaukeln kann, dann weiß ich wenigstens, warum.