Schindelei

Januar 12, 2019 Off By BlauerEngel

Das angekündigte Wetter für heute sollte ja nicht so toll sein – wurde es auch nicht – aber am Morgen war es zumindest zeitweise trocken. Eine günstige Gelegenheit, die Arbeiten an unserem Wildbienenhotel voranzutreiben. Bedacht ist es ja schon, aber in Richtung Osten und Westen warten Holz-Seitenteile darauf, gebührend gegen Schnee und Regen geschützt zu werden. Dafür hatten wir während der Woche schon Kunststoff-Schindeln im örtlichen Baumarkt besorgt, die mit der Farbe und Form der Biberschwänze wunderbar harmonieren.

Nachdem Klaus und ich beim letzten Mal “angeregte” Diskussionen darüber geführt hatten, ob ein Ausmessen bestimmter Längen und Winkel notwendig wäre und wir dann doch den pragmatischen Weg gegangen sind, hatten wir heute verabredet, Emotionen aus entsprechenden Diskussionen raus zu lassen und uns immer wieder klar zu machen, dass auch der/die Andere gute Gründe für den jeweiligen Arbeitsansatz hat. Und siehe da: Keine Meinungsverschiedenheiten, keine Diskussionen, kein Frust. Geht doch!

Klaus war der Verantwortliche für den Trennschleifer und das Festhalten der Schindeln, meine Aufgabe bestand darin, die Position der Schindeln festzulegen, Trennschleiflinien einzuzeichnen und Dachpappennägel mehr oder weniger gerade durch die Schindeln ins Holz zu klopfen. Man sollte echt nicht glauben, wie wichtig der Auftreffwinkel des Hammers auf den Nagelkopf doch ist…

Nach der dritten Reihe waren wir ein super eingespieltes Team und nach der vierten Reihe fing es so an zu regnen, dass wir beide keine Lust mehr aber dafür furchtbar kalte Finger hatten. Grund genug, die Ostseite des Wildbienenhotels als “fast fertig” zu deklarieren und uns in der Küche erst einmal einen Apfelpunsch mit Holunderblütensaft heiß zu machen!

Die Westseite muss nun bis mindestens morgen warten. Mal schauen, wie dann das Wetter und das Schindel-Barometer aussehen.

Ach, übrigens, die stellenweise dunklere Farbe des Holzes kommt nicht etwa vom Regen oder sonstigem Wasser, sondern davon, dass die dunkle Lasur nicht auf der ganzen Fläche aufgetragen wurde. Hat uns auch erst einmal ein wenig gewundert, aber jetzt sieht man’s nicht mehr…