Schön soll’s auch werden

Februar 14, 2019 Off By BlauerEngel

Das Wichtigste am Garten ist der Teil mit den Nutzpflanzen! Oder? Dort sollen Salat und Gemüse, Kräuter und Heilpflanzen, Obst und Gewürze für die Küche wachsen.

Aber was ist mit den restlichen 4000 Quadratmetern?

Die sollen der Seele dienen, Ruhe und Wohlbefinden geben, Schönheit für’s Auge schenken, Insekten, Vögeln, Amphibien, Reptilien und der ein oder anderen Maus als Nahrungsquelle dienen. Dort soll der Körper nach getaner Arbeit ein Refugium finden, um sich zu regenerieren!

Aber wo fängt man bei 4000 Quadratmetern an?

Na, vor der Haustür natürlich! Da müssen wir jedes Mal lang, wenn wir ins oder aus dem Haus wollen! Und da auch dort die Koniferen, Mahonien und das Gras in den letzten Jahren ein wenig Überhand genommen haben, und weil die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge dort bereits blühen und mahnen, dass der Frühling schon vor der Tür steht, stand der Vormittag im Zeichen des “Schönmachens”.

Ich hatte mir vorgenommen, mich von unten rechts nach oben links vor zu arbeiten – irgendeinen Plan muss man ja haben… Und bin gleich bei den ersten beiden Mahonien gelandet. Diese beiden am Hang auszubuddeln war echt ein Klacks (gerade mal zehn Minuten, und Übung hab’ ich ja auch schon) gegen den alten Haselnussstrauch, der wohl schon seit Jahrzehnten, seinem Wurzelstock mit den vielen Schnittflächen nach zu schließen, immer nur zurückgeschnitten wurde.

Dass er direkt an der Treppe zur alten Mühle steht, hat das Ganze auch nicht einfacher gemacht. Glücklicherweise liefen die richtig dicken Wurzeln sehr flach, so dass mit Buddeln mit dem Unkrautstecher, Wurzel freilegen, ein großes Stück aus der Wurzel rausschneiden, ganz dicke Wurzeln mit dem Beil kleinhacken, mit dem Spaten ordentlich rütteln, wieder Buddeln, Freilegen, Schneiden, Hacken, Rütteln, und so weiter, nach eineinhalb Stunden nur noch die zwei obligatorischen Wurzeln, die doch senkrecht nach unten laufen und an die man für’s Verrecken nicht dran kommt, einer Extraktion des kompletten Wurzelstocks im Weg standen.

Aber wofür hat man denn einen Fundus an allem möglichen (und unmöglichen) Material, von dem zumindest die Hälfte als Baumaterial oder Werkzeug zu gebrauchen ist? Im Stall fand sich relativ schnell ein zwei Meter langes, stabiles Stahlrohr, und “riesig ist des Gärtners Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft”! Zwei Mal nachgestochen und gehebelt, da hatten auch die beiden letzten Wurzeln verloren und ich zum ersten Mal einen Haselnussstrauch mit meinen Händen ausgegraben!

Hoffentlich finde ich nicht noch mehr Haselnüsse, die weichen müssen, sonst bin ich in zwanzig Jahren noch am “Schönmachen”! Aber mir graut auch schon vor dem Essigbaum und seinen dreihundertachtundsiebzig Ablegern in der Wiese…

Immerhin habe ich es an diesem Vormittag dann noch geschafft, etwa einen knappen Quadratmeter des zukünftigen Stauden- und Kräuterbeets (ja genau, das kleine Dreieick im Foto direkt unterhalb des Fahnenmasts) von Moos und Gras zu befreien und die Erde mit Steinen zu sichern! Aber morgen soll das Wetter ja auch wieder schön werden…