Tapetenwechsel

Februar 2, 2019 Off By BlauerEngel

Es hat begonnen…

Seit gestern Abend ist das “Kernhaus” nebenan leergeräumt und die Zimmer warten darauf, in unserem Sinne gestaltet zu werden. “Nebenräume” wie der unbeheizte Partyraum, der Keller, die überdachte Terrasse oder die zweite Garage zählen nicht dazu, werden aber in den nächsten drei bis vier Wochen vermutlich auch leer werden. Also müssen jetzt in den bereits geleerten Zimmern erst einmal alle Tapeten runter und die meisten Böden raus.

Da draußen noch ein Container darauf wartet, abgeholt zu werden, auf dem auch noch ein wenig Platz ist, sind heute Morgen erst mal alle Teppiche rausgeflogen – im wahrsten Sinne – dann die dunkle Holz-Deckenverkleidung im unteren Flur. Container voll!

Da wir aber Beide renovierungserprobt, mit dem Rausreißen relativ schnell fertig und mit halben Arbeitstagen nicht zufrieden sind, haben wir uns auch gleich noch an die Tapeten im künftigen Schlafzimmer gewagt.

Natürlich haben wir uns Tapetenlöser besorgt und Norberts zwei Gloria-Spritzen standen auf der Terrasse, bereit, von uns zum Tapetenlösen benutzt zu werden – dachten wir. Sagte Norbert.

Erste Spritze ausgespült (man weiß ja nie, was der Hobbygärtner da zuletzt drin hatte), bisschen Wasser drin gelassen, zugeschraubt, probeweise gepumpt zum Druckaufbau – spritz, sprutz, Blasen an der Stelle, wo eigentlich die Dichtung sein sollte – kein Druckaufbau und damit auch keine Möglichkeit, Tapetenlöser auf die Tapete zu sprühen. “Norbert, hast du noch eine Dichtung für die Gloria?” “Nein, aber von den zwei Spritzen fehlt nur bei einer die Dichtung, die andere funktioniert. Da hast du wohl gerade die falsche gegriffen.”

Okay. Zweite Spritze ausgespült (wie oben), bisschen Wasser drin gelassen zum Testen, zugeschraubt, gepumpt wegen Druck – von wegen! Spritz, sprutz, da wo die Dichtung ist, wieder nur Blasen, kein Druck auf der Leitung! Aufgeschraubt, Dichtung angeguckt: Etwa zwanzig Kreissegmente gucken zurück – super… Die Dichtung scheint so alt zu sein wie die Tapeten, die wir entfernen wollen… Gut, dass wir zur Vorsicht einen Quast gekauft haben. Geht zwar nicht so schnell, braucht aber keine Dichtung!

Nun ist es im Haus so, dass die Außenwände mit einer Schicht Styropor gedämmt und mit Rigipsplatten verkleidet wurden, zwecks Wärmedämmung. Gut für den Geldbeutel, schlecht für’s Tapeteentfernen, dann zwischen Rigips und erster Lage Tapeten wurde irgendein Vernetzer aufgetragen, damit die Tapeten besser kleben! Das führt nun dazu, da wir ja ordentlich sein wollen und keine Tapetenreste an der Wand bleiben sollen, dass die oberste Schicht sich sehr leicht löst (fünf Minuten Einwirkzeit und man kann halbe Bahnen abziehen), während die untere Schicht nur quadratmillimeterweise vom Rigips ablässt und dabei noch eine Tapetenwurst auf dem Spachtel hinterlässt, die ständig abgestreift werden muss.

Klaus und ich haben uns nun darauf geeinigt, dass an den Außenwänden (die Innenwände sind verputzt und lassen sich super tapetenlösen) die unterste Tapete dort bleiben darf, wo sie partout nicht abgehen will und wir später nochmal mit der Schwabbelscheibe drüber gehen, um Ränder auszugleichen. Die angedachte flüssige Rauhfaser wird dann halt zur Not zweimal auf den Grundanstrich aufgebracht, dann fällt es keinem auf…

Außerdem muss Klaus morgen die Außenwände machen und ich darf mir die Erfolgserlebnisse an den Innenwänden holen, nachdem ich heute Abend ziemlich frustriert nach vier Stunden Tapetenschaben und nur einer halbwegs fertigen Außenwand das Handtuch geschmissen habe!