Und den Garten nicht vergessen!

Februar 11, 2019 Off By BlauerEngel

Auch wenn der letzte Schnee erst vor einer knappen Woche geschmolzen ist und gerade die Sanierungsarbeiten im neuen Haus im Vordergrund stehen, mahnen der blaue Himmel und die (allerdings noch tief stehende) Sonne, dass der Frühling schneller kommen kann, als man denkt. Und das heißt aktuell, dass über Fruchtfolge und Mischkultur im Garten nachgedacht werden muss.

Schon im Mittelalter kannten die Bauern die Dreifelderwirtschaft. Dabei wurde das Land in drei Äcker eingeteilt, auf denen im jährlichen Wechsel erst Wintergetreide, dann Sommergetreide angebaut wurde. Im dritten Jahr ruhte der entsprechende Acker, zur Erholung des Bodens, und wurde als Viehweide benutzt. Natürlich nicht auf allen Äckern gleichzeitig, sondern auch das im Wechsel, so dass in jedem Jahr Wintergetreide, Sommergetreide und Viehweide zur Verfügung standen. Diese Methode sorgt dafür, dass der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird und Krankheiten und Schädlinge im Zaum gehalten werden.

Und aus diesen Gründen tut auch der Hobbygärtner gut daran, seinen Garten in Beete einzuteilen und auf eine sinnvolle Fruchtfolge zu achten, möglichst über fünf oder sogar mehr Jahre. Und auch die Mischkultur von sich gegenseitig positiv beeinflussenden Pflanzen sorgt für mehr Gesundheit von Gemüse und Salat. Natürlich kennt auch Norbert diese Art der Gartenbewirtschaftung und hat auch immer alles ordentlich dokumentiert:

Als besonders hilfreich für die Überlegungen zur Mischkultur und die Festlegung von Beetnachbarn hat sich die von Norbert “geerbte” Mischkultur-Scheibe erwiesen. Dort dreht man die gewünschte Pflanzenart ins Fenster und kann dann ablesen, mit welchen anderen Pflanzenarten es positive oder negative Wechselwirkungen gibt. Die Scheibe hilft auch gut dabei, keine gern gegessene Pflanze zu vergessen. Sie listet insgesamt 40 Salate, Kräuter, Gemüse und Früchte auf, einige davon kenne ich noch gar nicht…

Nach etwa zwei Stunden Hirnen und Brüten über der Mischkultur-Scheibe, den notierten Wunsch-Pflanzen für 2019 und der neu erstellten Tabelle mit Norberts Pflanzplänen der letzten sechs Jahre gibt es als Ergebnis den Pflanzplan für 2019. Die elektronische Version sorgt dafür, dass Lineal und Radiergummi überflüssig sind:

Bevor wir umgezogen sind, haben wir uns noch in Steinbach im Bio-Hofladen unseres Vertrauens, auf Verdacht mit Bio-Saatgut eingedeckt. Auch Blumensamen als Insektenbuffet, Bodenverbesserer und Salben-Grundstoff sind dabei nicht zu kurz gekommen:

Und was beim Sortieren der Samentütchen nach Aussäzeitpunkt sehr schnell klar wird: So eine Mischkultur-Scheibe gibt jede Menge Impulse, die Anzahl der anzubauenden Pflanzen deutlich zu erhöhen! Also habe ich auch gleich nochmal Bio-Samen, Setzkartoffeln, -zwiebeln, -knoblauch und Grünspargel nachbestellt… 🙂

Und mein Sortiment für 2019, angeordnet nach Aussäzeitpunkt und “drinnen oder draußen säen”, sieht dann so aus:

Und ich weiß auf den ersten Blick, dass ich theoretisch jetzt schon mit dem Vorziehen von Salat und Kohlrabi starten könnte. Aber ich denke, damit warte ich noch zwei Wochen, bis die Abbrucharbeiten im neuen Haus soweit durch sind. Immerhin befinden wir uns ja hier im kalten Vogelsberg und müssen gartentechnisch nicht gleich vorpreschen. 😉