Vogelwelt

Januar 18, 2019 Off By BlauerEngel

Von den vielen Meisen und wenigen anderen Vogelarten, die uns hier an unseren Futterhäuschen besuchen, hatte ich ja schon zur “Stunde der Wintervögel” erzählt. An jenem Freitag und an vielen Tagen danach hatte ich schon überlegt, ob es um Lauterbach herum auch nicht so gut um die Amseln bestellt sein könnte, wie auch in Niederhöchstadt. Dort wurden es von Jahr zu Jahr weniger Amseln, was wohl zu einem Teil dem Usutu-Virus zuzuschreiben ist. Der NABU berichtet regelmäßig darüber, zum Beispiel in diesem Artikel.

Heute im Morgengrauen haben mich die Vogelsberger Amseln selbst aber eines Besseren belehrt: Mindestens sieben von ihnen hüpften um die beiden Futterhäuschen vor dem Küchenfenster herum, um die Reste, die die Meisen in ihrem Eifer am Vortag auf dem Boden verteilt hatten, aufzupicken. Und wer Amseln kennt, weiß, dass das nie ohne Zankerei und Zeterei abläuft…

Vermutlich lag diese Amselhäufung auch daran, dass es in der Nacht geschneit und gefrostet hatte:

Tiefgefrorenes Frühstück wäre MEIN Fall auch nicht!

War auf jeden Fall schön, eine solche Anzahl Amseln auf einem Haufen zu sehen. Und im Laufe des Vormittags sind immer wieder drei bis vier von ihnen wieder aufgetaucht.

Mindestens genauso schön war es dann eine Stunde später, am sehr frühen Vormittag, als ich nach der Schmuserunde mit Minka die Futterhäuschen wieder auffüllen wollte. Als ich die Treppe vom neuen Haus vorsichtig hochstieg (ganz schön glatt heute Morgen…), und gerade zwischen beiden Futterhäuschen stand, habe ich unsere vier Schwanzmeisen bemerkt, eine davon keinen halben Meter vor mir, an den Meisenknödeln. Die hatte mich noch nicht bemerkt und hat erst mal munter weiter an den Knödeln gepickt, bevor sie dann doch wach wurde und erst mal in der Eiche verschwand. Zwei der anderen waren so miteinander beschäftigt, nur zwei Meter weiter in einem der Sträucher, dass auch sie mich nicht bemerkten. Erstaunlich und besonders erbaulich, wenn zwei von diesen grazilen Vögeln umeinander und um einen Zweig herum wuseln. Dann sieht man nicht mehr zwei winzige Federbälle, sondern nur noch einen, der im Strauch herumrotiert!

Natürlich bin ich ganz still geblieben, um die beiden nicht zu stören. Und nachdem sie eine Zeit lang Fangen gespielt hatten, ist einer der beiden dann in die Aronie geflogen, neben der ich stand, und saß auf einem Zweig keine dreißig Zentimeter entfernt. Solche hübschen Vögelchen! Das Foto vom letzten Mal muss ich gleich nochmal einfügen!

Schwanzmeise (Aegithalos caudatus europaeus) [1]

Auf meinen Versuch hin, dem Kleinen den Löffel, mit dem ich das Fettfutter verteile, direkt anzubieten, wurde ich ihm dann wohl doch zu aufdringlich und er verabschiedete sich in die Eiche, direkt gefolgt von seiner ganzen Familie.

Ich glaube, ich bekomme das Grinsen heute den ganzen Tag nicht mehr aus meinem Gesicht! 😀

[1] Urheber: Chris Romeiks/vogelart.info;
unverändert übernommen von https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Aegithalos_caudatus_vogelartinfo_chris_romeiks_R7F2607.jpg
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