Wir wussten’s…

Februar 15, 2019 Off By BlauerEngel

… aber trotzdem ist die Kröte nicht ganz so leicht zu schlucken…

So langsam trudeln die Kostenvoranschläge ein und mit jedem Handstreich, den wir tun, tun sich neue Baustellen auf.

Erst war es die Elektrik, von der uns Thomas und Robert erzählten, dass niemand so genau wüsste, was wann wie und warum irgendwie verkabelt wurde. Und nach ihrer beider Einschätzung wäre es sinnvoll, zumindest die elektrischen Zuleitungen zu den Verteilerdosen neu zu verlegen. Okay, dachten wir, dann muss es der Sicherheit wegen halt sein, wir wollen ja nicht irgendwann mal gegrillt werden… Erster Kostenvoranschlag: 20.450 Euronen. Ungefähr das, was wir erwartet hatten.

Dass die Gastherme erneuert werden muss, auch, um den entsprechenden Zuschuss von der KfW zu bekommen, war uns klar. Auch, dass die beiden Bäder erneuert werden sollen – Siebziger Jahre ist zwar wieder modern, wenn man den Designern glauben will, aber im Badezimmer muss das nicht sein! Und die Heizkörper sitzen auch nicht alle an der Idealposition. Aber dass der fröhliche Mix aus verzinkten Trinkwasserrohren, Kupfer- und Kunststoffleitungen in den Wänden der Gesundheit und Wasserdichtheit nicht gerade zuträglich ist, war uns am Anfang noch nicht bewusst… Auf den Kostenvoranschlag warten wir noch, müsste demnächst kommen.

Fenster und Terrassentüren müssen ersetzt werden, die stammen auch noch aus den späten Sechziger Jahren, das wurde uns spätestens in dem Moment klar, als wir beim dritten oder vierten Besuch hier in jedem der Zimmer bei geschlossenem Fenster unseren Mühlbach oder die Lauter rauschen hörten. Mit KfW-Zuschuss werden es nun dreifach verglaste Kunststofffenster, neue Rollläden und -kästen, Fensterbänke und ein etwas höherer Sicherheitsstandard, wir leben schließlich “außerhalb”… Der Kostenvoranschlag liegt bei 29.500,- Euronen. Verdammt, warum hat die Bude bloß so viele Fenster…?

Neue Rolladenkästen… also erst einmal alte raus, okay. Dann beiputzen. Aber die Außenwände sind innen auch noch mit Rigips und einer 10 mm dicken Styroporschicht beklebt. Das war Ende der Sechziger der Renner, was Wärmedämmung anbelangt. Kein Problem wegen des dadurch sehr weit innen in den Wänden liegenden Taupunkts – die alten Fenster und Rollladenkästen waren ja so undicht, dass ein ständiger Luftaustausch und damit der Abtransport der Feuchtigkeit nach draußen gewährleistet waren. Mit den neuen, supergedämmten Fenstern wird das aber zum Problem. Kein Luftaustausch – kein Abtransport der Feuchtigkeit – Gefahr der Schimmelbildung! Also muss auch der Rigips mit der Styroporschicht weg. Der ist aber direkt auf die rohe Wand geklebt. Das heißt, alle Außenwände müssen innen noch verputzt werden. Die Innenwände auch, denn da sind ja die Tapeten jetzt runter und wir wollen nicht mehr tapezieren. Außerdem sind noch ein paar Heizungsnischen unter den Fenstern zu schließen, ein paar Trockenbauwände zu stellen, ein paar Decken neu mit Rigips zu verkleiden, weil ja die Außenwände später dreieinhalb Zentimeter (durch den fehlenden Rigips und die Styroporschicht) “dünner” sind und die alten Deckenabhängungen damit dreieinhalb Zentimeter “zu kurz”… Kostenvoranschlag wird sich vermutlich im Bereich von 25.000,- bis 30.000,- Euronen bewegen. Boah, das kam jetzt relativ unerwartet…

Und um zukunftssicher zu sein, möchten wir eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher haben. Das nächste Auto könnte ein Elektroauto werden… Außerdem haben wir in Niederhöchstadt gesehen, dass sich doch einiges an Strom auch schon ohne Speicher sparen lässt… Erster Kostenvoranschlag: 21.000,- Euronen für knapp acht Kilowatt Peak inklusive Stromspeicher – ist in den letzten Jahren echt günstig geworden! Trotzdem ein ordentlicher Posten im Sanierungsbudget.

Eigentlich wollten wir ja nur übergangsweise in das neue Haus einziehen, bis die alte Mühle ebenfalls saniert wäre. Aber das können wir uns vermutlich erst mal für die nächsten acht bis zehn Jahre abschminken. Das Geld für die Sanierung der Mühle geht erst mal mit im neuen Haus drauf. Aber was soll’s! Dafür haben wir dann (wieder) ein energetisch sinnvoll saniertes Super-Duper-Neues-Haus, in dem wir uns auch wohl fühlen werden. Und für die Mühle können wir uns wirklich viiiiiieel Zeit lassen!