Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Februar 19, 2019 Off By BlauerEngel

… fragen Sie besser nicht Ihren Orthopäden, sondern Ihren Osteopathen!

Weil im letzten dreiviertel Jahr meine Gelenkschmerzen wieder schlimmer wurden, bin ich vor ein paar Wochen, auch auf Anraten des Arztes in der Schmerzambulanz, endlich mal zu einem Osteopathen gegangen. Vor zwei Wochen hatte ich dann meinen ersten Termin, der eigentlich nur aus der Anamnese bestand. Da hatte ich ja auch viel zu erzählen!

Heute nun war mein zweiter Termin und mir wurde nach Begutachtung erst einmal bestätigt, dass eine Beckenschiefstellung besteht, vermutlich verursacht durch eine Beinlängendifferenz. Das hilft erst mal nicht sofort, den Verdacht hatte ich ja auch schon und deshalb vor zweieinhalb Jahren begonnen, verschieden hohe Fersenkeile auszuprobieren. Aber die Bestätigung der eigenen Vermutung aus dem Mund eines Fachmanns streichelt doch schon die Seele. 🙂

Danach ging’s dann gleich auf die Liege, auf die linke Seite legen, Druckpunkte rechts testen – AUTSCH!!! Rund um den Hüftknochen, rechter Fuß, Schultern, Hals und Kiefergelenk – alles rechts extrem verspannt, links zwar auch, aber nicht ganz so arg.

“Ich versuche erst mal, Ihre Hals- und Schultermuskulatur etwas zu entspannen. Geben Sie mir beim nächsten Mal Rückmeldung, wenn es zu arg war und Sie hinterher Schmerzen hatten. Danach setze ich noch ein paar Akkupunkturnadeln.” Okaaaay, Akkupunktur hatte ich gleich in der ersten “echten” Behandlung jetzt nicht erwartet, aber bisher hatte ich damit noch keine negativen Erfahrungen gemacht, im Gegenteil. Nach den Akkupunkturen während meines Aufenthalts in der Schmerzklinik hatte ich immer das Gefühl, dass es mir besser ging.

Ein bisschen mulmig wurde mir dann doch, als er mich von Kopf bis Fuß eingepackt hatte und mir klar wurde: “Es geht an den Kopf”. Obwohl ich mir seit fast vierzig Jahren meine Insulinspritzen beziehungsweise inzwischen meine Kanülen selbst setze, würde ich mich das oberhalb des Halses nie trauen! Glücklicherweise mussten die Nadeln nicht ins Gesicht (meine größte Angst!), sondern “nur” ins linke Ohr. Gleich die erste war ein Volltreffer, die zweite hab’ ich nur beim Einstich gespürt, aber die dritte…! Die dritte ging so was von ins Schwarze!

“Ich bin in fünfzehn Minuten wieder da und nehm’ die Nadeln raus.” Ja, bitte, bitte!!

Schön warm und kuschelig auf der bequem eingestellten Liege bei leiser Entspannungsmusik waren die fünfzehn Minuten aber dann doch nicht so schlimm. Ja, gut, zwei Nadelauftreffpunkte waren schon die ganze Zeit präsent, aber irgendwie konnte ich auch ganz gut entspannen. Mit einem leichten Floating-Gefühl dachte ich die ganze Zeit, mein linkes Ohr schwillt zur Größe einer Orange an, was aber nicht unbedingt unangenehm war – nur groß halt. Und mein Gesicht fühlte sich sooo warm an!

“Na, ganz schön rot geworden im Gesicht! Das ist gut! Wir sehen uns dann nächste Woche wieder.” “Ja, danke, fühle mich auch schon ganz entspannt!”

Draußen hat Klaus schon gewartet, wir wollten zusammen Mittag essen gehen, zum Chinesen. “Ich fühl’ mich ein bisschen matschig, ich glaub’ ich muss mal messen.” Kein Wunder, eine Hypo. Aber dass die von der Akkupunktur kam, wage ich zu bezweifeln, eher von zu viel Insulin. Sollte ich aber beim nächsten Mal im Auge behalten.

Im Restaurant hat Klaus dann eine Pekingsuppe als Vorspeise bestellt und ich habe mich nur ein ganz kleines bisschen über mich selbst gewundert, als ich eine Gemüsesuppe bestellt habe. Eigentlich ist mir das bei den üblichen China-Restaurant-Portionen immer zu viel. War aber sehr lecker. Genauso wie der gebratene Reis mit Ei und Gemüse, ein großer Teller voll davon. “Puh, keine Ahnung, ob ich den schaffe, wahrscheinlich muss ich mir die Hälfte einpacken lassen!” Kaum gesagt, war der halbe Teller schon verputzt und ich immer noch mit Genuss am Schaufeln. Und es kommt nur ganz selten vor, dass ich meinen Teller mal vor Klaus geleert habe – heute habe ich es geschafft.

“Und, Lust auf Nachtisch?” “Was ist denn mit dir los? Ich bin schon satt.” Trotzdem hat Klaus nochmal die Karte kommen lassen und zwei Mal gebackene Banane mit Honig bestellt. Die uns die Kellnerin dann mit einem entschuldigenden Lächeln und den Worten: “Bananen sind heute besonders groß”, auf den Tisch gestellt hat. Und ich habe mich nur noch gewundert, warum mir nicht schon nach dem zweiten Bissen schlecht geworden ist. Eigentlich hätte ich doch schon nach der halben Portion Reis satt sein müssen!

Aber auch die Riesenbananen gingen noch problem- und magenüberfüllungsfrei rein. Ich dachte dann nur noch: “Nächste Woche muss ich unbedingt den Osteopathen fragen, ob er die Nadeln in irgendwas getaucht hat, oder ob einer der drei Akkupunkturpunkte zur direkten Appetitvergrößerung führt…” Diese Nebenwirkung müsste dann mit zusätzlicher Garten- oder Sanierungsarbeit ausgeglichen werden!