Nachhaltigkeit!?

April 23, 2019 Off By k84376

Ich lese gerade stapelweise Bücher über nachhaltiges Gärtnern: Permakultur, Mist- und Heubeete, Mulchwürste, Puffer- und Hotspotzonen, und und und… Aber sollte Nachhaltigkeit nicht schon vorher anfangen, zum Beispiel bei den Überlegungen, welche Werkzeuge ich benutzen werde und auch, wo ich sie kaufen will?

Ein Beispiel: In einem der Bücher wird darauf hingewiesen, dass beim Einsatz von elektrisch oder benzingetriebenen Rasenmähern 95% der im Gras lebenden Insekten durch den Luftsog ins Gerät gezogen und dort gehäckselt werden. Habe ich mir, selbst als Gärtnerin, noch nie Gedanken drüber gemacht – finde ich aber total untragbar. Es kommt mir, da ich sowieso meine Gartenarbeit grundsätzlich lieber muskelbetrieben ausführen möchte, aber auch sehr entgegen. Noch bevor wir die Schlagmühle überhaupt gekannt haben, wollte ich schon einen Sensenkurs machen. Sensen-Mähgut ist übrigens auch perfekt, um daraus Mulchwürste herzustellen, aber das ist eine andere Geschichte.

Mit der Sense mähen und Mulchwürste drehen klappt aber auch erst ab einer bestimmten Graslänge. Die Wege über unser Riesengelände dürfen aber ruhig auch mal etwas öfter und auch tiefer gemäht werden. Für diese Fälle ist dann ein muskelbetriebener Spindelmäher die richtige Wahl. Wie schreibt ein Hersteller: „Der Spindelmäher mäht besonders leise und ist deshalb auch für den Einsatz an Sonn- und Feiertagen geeignet.“ Wäre ich nie drauf gekommen, könnte aber in der Stadt ein Verkaufsargument sein…

Also hat Klaus mal im Internet gestöbert und einen besonders guten Spindelmäher von einem namhaften Hersteller von Qualitäts-Gartengeräten gefunden, beim Internethändler für hundertvierundachtzig Euronen inklusive Versand. Vorhin waren wir dann im Nachbarort in einem großen Baumarkt um zu schauen, ob es das Wunderding auch dort gibt – nicht vorrätig, kann aber bestellt werden, für zweihundertacht Euronen. Aber am Sonntag ist im Ort Gewerbeschau, da gibt es im Baumarkt auf alles zehn Prozent. Damit käme der Spindelmäher dann nicht ganz auf den Internetpreis runter, aber fast.

Was ist jetzt nachhaltig? Zweimal zum Baumarkt fahren, zum Bestellen und Abholen, die örtlichen Händler und Arbeitnehmer unterstützen, dafür ein bisschen mehr bezahlen, oder im Internet online bestellen, mit dem Paketdienst liefern lassen und sich freuen, mal wieder ein Schnäppchen gemacht zu haben? Beim Onlinehändler und beim Paketdienstleister arbeiten auch Menschen – was ist also nachhaltiger?

Klar – gebraucht kaufen. Es gibt sogar ein Angebot auf einer Biet-Plattform. Aber der Spindelmäher steht in Kaiserslautern und kann nur abgeholt werden. Ist ein bisschen weit…

Gerade mal keine wirklich gute Lösung in Sicht…