Spargelzeit

April 9, 2019 Off By k84376

Gestern hieß es noch, dass es heute und morgen regnen soll, aber anscheinend kann man sich darauf nicht so ganz verlassen. Hier scheint die Sonne, es ist warm und man ist versucht, alle Arbeit sausen zu lassen, sich eine der Bäderliegen zu schnappen und sich damit und mit einem Buch über Permakultur auf die Terrasse zu fläzen. Mache ich aber erst später, jetzt wird erst noch geblogt…

Jetzt, wo der Boden sich so langsam aufwärmt, wird es Zeit, die ersten Samen und Pflänzchen in die frühbeetlose Gartenerde zu bringen. Als erstes kam heute der Grünspargel dran. Klaus hatte vor einiger Zeit schon einen Teil der Himbeerruten entfernt und das frei gewordene Beet schön dick mit Laub abgedeckt. Das Laub hatten wir gestern schon in den neuen Einen-auf-einen-Meter-Metall-Komposter abgeräumt und mit dem Grubber den Boden oberflächlich gelockert. Nachdem ich heute Morgen Klaus dann zum Bahnhof gebracht hatte, konnte die Pflanzaktion beginnen.

So sah bis gestern der Nutzgarten aus: Dick abgedeckt mit Hainbuchenlaub. Da schaffen es nur die ganz harten Wurzelkräuter wie der Löwenzahn, sich durchzukämpfen!

Besonders wichtig bei der Gartenarbeit heute: Da zwischen den Himbeeren der Giersch gut gewachsen war, alle zwei Minuten bücken, egal, welche Arbeit gerade ansteht, um eine Gierschwurzel aus dem Boden zu lesen!

Ansonsten erst einmal mit dem Rechen den Boden einebnen, da treten schon sehr viele Gierschwurzeln zu Tage. Dann zwischen den Himbeeren und dem geplanten Spargelbeet einen Rolle alten Teppichboden ausrollen. Das ist eine Idee von Norbert, die ich übernommen habe. Der Teppichboden ist auf etwa zwanzig Zentimeter breite und beetlange Stücke geschnitten und wird zwischen den Beeten ausgerollt. Die Vegetationsperiode über gelangt man so halbwegs sauberen Schuhs an alle Beete und Beikräuter haben erst gar nicht die Chance, dort Wurzeln zu schlagen. Wenn im Herbst die Beete abräumt sind, wird an einem trockenen tag der Teppich gesäubert, zusammengerollt und bis zum nächsten Frühling auf dem Stall-Dachboden gelagert.

Dann wird mit einer Schnur die Pflanzrichtung des Spargelbeets festgelegt und entlang der Schnur die Erde mit einer runden Schippe etwa fünfzehn Zentimeter tief ausgehoben. Gierschwurzeln auflesen nicht vergessen! Von der lockeren, ausgehobenen Erde kommen dann fünf Zentimeter wieder in den Graben rein, damit der Spargel auf einer lockeren Erdschicht zu liegen kommt und gut durchwurzeln kann.

Erste Aushubarbeiten

Dann eine dünne Schicht des vorher abgetragenen, angerotteten Laubs wieder in den Graben einfüllen und mit ordentlich Hornspänen und Hornmehl vermischen. Zur Stärkung der Spargelschößlinge eine Gießkanne voll verdünnter Ackeschachtelhalmbrühe (vorher angesetzt) im Graben verteilen. Um später den Überblick zu behalten, wo der Spargel wachsen soll, mit dem Zollstock alle vierzig Zentimeter einen Stock platzieren.

Jetzt vorsichtig die Spargelschößlinge auspacken (die sehen aus wie eingetrocknete Tintenfische mit ganz vielen Beinen) und an jedem Stock unter den Blättern die Spargelwurzeln auf der Erde auslegen. Stock zur Markierung dazustecken und alles wieder mit Blättern bedecken. Die Blätter verrotten im Boden sehr schnell und bieten dem Spargel die ersten wichtigen Nährstoffe.

Alle Spargelschößline sicher unter den Blättern ausgelegt

Danach die Schnur entfernen und die restliche Erde unter ständigem Bücken und Gierschwurzel-Entfernen in den Graben rechen und ordentlich festdrücken, damit der Spargel Bodenschluss bekommt. Zwei weitere Gießkannen verdünnte Ackerschachtelhalmbrühe über dem Spargel verteilen und dann nochmal bücken, um die letzten Gierschwurzeln abzusammeln.

Von den Blättern, die über Winter das Beet abgedeckt hatten, sind noch viele übrig geblieben. Die habe ich wieder über der Spargel-Neuanpflanzug verteilt. Das bietet einerseits Schutz gegen allzu schnelle Verdunstung, falls es nochmal frieren sollte, sind die Spargelpflänzchen geschützt, außerdem freuen sich die Bodenlebewesen über das zusätzliche hochwertige Futter und die Beikrautsamen haben keine Chance zu keimen.

Fertig!

Und mit ein wenig weiterer Pflege können wir in drei Jahren den ersten Grünspargel ernten!