Spatzenhirn?

Januar 17, 2022 Off By k84376

Dass Keas, Papageien und Rabenvögel alles andere als ein Spatzenhirn haben, pfeifen besagte Spatzen ja schon seit Jahren von allen Dächern und Bäumen. Und neueste Erkenntnisse der Wissenschaft schreiben auch Tauben (was viele Stadtmenschen sicher nicht glauben wollen) oder Pinguinen ein nicht unerhebliches Maß an Intelligenz zu. Und dass die Vögel rund um die Schlagmühle ebenfalls zu den Intelligenzbestien im Tierreich gehören, erleben wir hier Tag für Tag.

Da Klaus grundsätzlich als Erster von uns beiden wach wird, hat er eine gewisse Morgenroutine entwickelt. Erst werden die Katzen mit allem versorgt, was sie nach einer anstrengenden Nacht draußen so benötigen. Okay, Iska ist nachts grundsätzlich nicht draußen, aber sie ist ja auch ein Mädchen und hat kein großes Verlangen danach, nachts auf Tour zu gehen. Trotzdem entwickelt sie morgens den gleichen Appetit wie die beiden Kater… Sitzen dann alle Katzen vor den Näpfen und frühstücken, kann unser Frühstückstisch gedeckt werden. Nicht, weil wir uns dann gleich auf Marmelade und Honig stürzen wollen, aber die Butter muss ja erst mal von Kühlschranktemperatur auf „streichzart“ gebracht werden.

Dann sind die Vögel dran. Und weil es in der Regel noch dunkel ist, wenn Klaus aufsteht, werden erst einmal nur die beiden Futterhäuschen und das Futterbrett auf der überdachten Terrasse bereit gestellt. Immerhin wollen wir ja beim Frühstück Unterhaltung haben. Die ist uns garantiert, solange nicht mehr als diese drei Futterstellen zur Verfügung stehen. Denn dann tummeln sich mehr als ein Dutzend Blaumeisen, ebensoviele Kohlmeisen, zwei bis drei Weidenmeisen und Kleiber und ab und an eine Amsel oder ein Rotkehlchen in den Büschen vor der Terrasse und wechseln sich flatternd und – so vermuten wir – auch schon mal über die Konkurrenz fluchend beim Nüsse- und Samenpicken ab.

Ein klein wenig kamerascheu sind sie schon, unsere Vögel. Also schaffe ich es nicht, mehr als zwölf auf’s Mal auf ein Foto zu bekommen…

Nach unserem Frühstück schnappt sich Klaus dann die restlichen Futterhäuschen und -säulen und bestückt damit die Bäume und Sträucher auf der anderen Seite des Hauses. Und schwupp-di-wupp, hast du’s nicht gesehen, fliegen alle Vögel, die gerade noch hier geschmaust haben, in Richtung Stall davon, um sich von dort wie die Geier alle auf ein Mal auf die gerade aufgehängten Futterstellen weitab deiner Sicht zu stürzen.

Zwei Minuten, nachdem das erste Foto entstanden ist: Nur noch die beiden Tonvögel sind zu sehen – und wenn sie fliegen könnten, würden sie jetzt wahrscheinlich auch auf der anderen Seite des Hauses sitzen…

Es ist halt einfach ruhiger auf der anderen Hausseite. Keine Fenster, hinter denen ständig Menschen und Katzen vorbei laufen… Wesentlich mehr Bäume und Sträucher in der Nähe der Futterstellen, aus denen vogel sich ungestört auf die nächste Nuss stürzen kann… Da erzählt mir keiner mehr was von Spatzenhirn! Sie warten darauf. Und plötzlich kriegt einer mit, dass auf der anderen Seite serviert wird und prompt sind alle Vögel weg und fressen dort weiter!

Wer noch ein bisschen mehr über intelligente Vögel lesen und hören möchte, kann sich beispielsweise hier, da, dort oder überhaupt schlau machen.