Eigentlich…

Januar 9, 2022 Off By k84376

Ja, eigentlich machen Klaus und ich zwischen dem 1. und 3. Tag des neuen Jahres unseren Neujahrs-Reinigungsspaziergang von der Mühle aus auf dem Vulkanradweg bis zum Aussichtspunkt über Blitzenrod. Klaus hatte uns sogar schon zwei Müllgreifer gekauft, damit wir uns nicht ganz so tief bücken müssen, um zu sehen, was sich unter dem nächsten Papiertaschentuch am Wegesrand verbirgt, und um das Papiertaschentuch dann in unserem Müllbeutel verschwinden zu lassen. Besonders schön ist es auch immer, allen möglichen fremden Leuten auf dem Weg ein „Frohes Neues“ zu wünschen und die guten Wünsche für das eben erst begonnene neue Jahr im Gegenzug entgegen zu nehmen.

Eigentlich wäre auch das Wetter ganz in unserem Sinne trocken und nicht wirklich eiskalt gewesen.

Uneigentlich hatten wir am 1. und 2. Januar aber etwas ganz anderes zu tun…

Seit einiger Zeit sind wir auf einer Kleinanzeigenplattform unterwegs (ACHTUNG! Das kann süchtig machen!) um zu schauen, was andere Leute denn so alles nicht mehr brauchen und ob wir eine direkte Verwendung dafür haben könnten (ACHTUNG! Nur die Dinge abholen oder kaufen, für die man GANZ SICHER in spätestens zwei Jahren eine Verwendung hat!). So haben wir uns in letzter Zeit immer dann, wenn wir unseren Kaminofen sauber gemacht haben, bevor ein neues Feuer entfacht werden konnte, darüber geärgert, dass wir uns regelmäßig die rechten Ärmel an der Ofentür versaut haben. Klar, lässt sich wieder rauswaschen, aber das Rumgekratze mit einem passenden Holzstück, um die Asche in die Ascheschublade zu befördern, ist auch nicht wirklich effizient.

Also habe ich mich an Silvester hingesetzt und in der näheren Umgebung von Lauterbach nach einem gebrauchten Kaminbesteck für wenig Geld gesucht. Und bin direkt fündig geworden! In Alsfeld wollte jemand noch zehn Euronen für genau das gleiche Kaminbesteck haben, das wir früher in Niederhöchstadt hatten. Kein Umgewöhnen, niedriger Preis, gut in Schuss – bloß die Fahrerei nach Alsfeld, naja. Aber vielleicht hat der Verkäufer ja noch irgendwas im Angebot, was wir gerade brauchen können. Also habe ich die restlichen fünf Anzeigen auch noch elektronisch durchgeblättert…

Und man soll es nicht glauben, hatte er doch – wegen Umstellung auf Pelletheizung – fünf Festmeter feinstes Buchenbrennholz für einen aktuell sensationell günstigen Preis im Angebot. Das Foto in der Anzeige zeigte unter anderem einen Pritschenwagen voller Holzscheite, vielleicht könnten wir ja da mit unserem Anhänger bis nah ran fahren? Denn fünf Festmeter Buchenholz haben kein kleines Gewicht…

Wir hatten Glück. Als ich dem Verkäufer eine Nachricht schickte, um unser Interesse an dem Brennholz und dem Kaminbesteck zu bekunden, kam gleich eine nette Nachricht zurück und wir verabredeten, an Neujahr vorbei zu kommen, um Brennholz und Kaminbesteck abzuholen. „Mensch, was haben wir ein Glück! Bei so einem günstigen Preis hätten sicher auch noch andere Interesse!“

Und andere hatten Interesse – aber wohl nur kurz…

Am anderen Morgen sind wir dann mitsamt Anhänger und Arbeitshandschuhen losgezogen, um unseren Brennholzvorrat weiter aufzustocken. Die Adresse war leicht zu finden, ein Haus mitten in einem relativ neuen Wohngebiet am Hang. Als wir vor der Tür parkten und den Hang hinunter in den kleinen, nett angelegten Garten schauten, ahnten wir schon, dass es einen Grund geben musste, warum uns keiner das Holz vor der Nase weggeschnappt hatte. „Vielleicht steht der Pritschenwagen ja auf einem anderen Grundstück…?“

Nee, kein anderes Grundstück, kein Pritschenwagen, dafür ein Kellerraum voller Brennholz und ein verwinkelter Flur mit einer Außentreppe zur Straße. „Wir haben das Holz immer vor der Garage abgekippt und dann alles durch das Kellerfenster geschippt und hier unten gestapelt.“

Ach du meine Güte!!!

Glücklicherweise hatten wir daran gedacht, zwei Kartoffelkörbe mitzunehmen! Und wir wissen nun, dass Brennholz nicht nur dreimal, sondern viermal warm macht: 1. beim Schlagen, 2. beim Zerkleinern, 3. natürlich beim Verbrennen und 4. vorher beim Raustragen aus dem Keller! Zum Glück für mich hat Klaus sich bereit erklärt, die Laufwege und das Stapeln im Anhänger zu übernehmen. So konnte ich mich darauf konzentrieren, unten im staubigen Keller die Holzscheite möglichst platzsparend in die Körbe zu schichten.

Drei Anhänger voll haben wir an Neujahr nach Hause gefahren. Trotzdem lagen am Ende des Tageslichts noch schätzungsweise eineinhalb Anhänger voll Buchenholz im Keller. „Okay, das holen wir dann morgen noch ab. 10 Uhr, passt das?“

Keine Ahnung, wie Klaus das dann am nächsten Tag geschafft hat, aber das restliche Holz passte dann wundersamerweise auf ein Mal in den Anhänger. „Vielen Dank nochmal für das Holz, da wird uns schon beim Anschauen warm werden!“ „Wir haben zu danken, endlich ist der Keller leer. Und vergesst das Kaminbesteck nicht!“

Fünf Festmeter feinstes Buchenbrennholz – da lohnt sich das vierte Mal Schwitzen auf jeden Fall!

Ordentlich abgedeckt warten jetzt weitere fünf Festmeter Brennholz auf ihren Einsatz im Kaminofen.