Beste Rosenkäferkacke

September 18, 2020 Off By k84376

Heute war wieder Kartoffelernten angesagt. Aus unserem Kartoffelstrohbeet hinter dem Gewächshaus hatten wir vor zwei, drei Wochen ja schon ein paar Kartoffeln geerntet, heute war dann der Rest dran.

Und wie vermutet hatten sich, da die Kartoffeln von unten nicht durch Hasendraht geschützt waren, ein paar Mäuse unter der Umrandung durchgegraben und unter dem Stroh eine Mäusesiedlung angelegt. Trotzdem konnten wir etwa drei Handvoll Kartoffeln ernten, minimal mehr als wir ausgelegt hatten… Aber die lagen immer schön in kleinen Nestern mitten im Stroh, fast wie Ostern!

Und als Erkenntnis bleibt: In einem Garten mit Mäusen, auch wenn Katzen dort unterwegs sind, ist es immer sinnvoll, ein Kartoffellaub- oder -strohbeet mit Hasendraht nach unten gegen Mäuse zu sichern. Außerdem bleibt das Stroh in den tieferen Schichten schön feucht und kann direkt vom Kartoffelstrohbeet als Mulch zwischen die Himbeeren umplatziert werden.

Abgeerntet…
Und gleich…
… weiterverwertet…

Danach war dann der zweite Kartoffelturm dran. Von dem hatten wir uns so gut wie gar nichts an Ernte versprochen, weil den ganzen Sommer über nur drei Kartoffeltriebe aus der ganzen Struktur rauswuchsen. Der erste Kartoffelturm hatte ja Kartoffeln für drei Mahlzeiten geliefert – aber der zweite? Aber man soll die Hoffnung nie zu früh aufgeben.

Um das Stroh für die Himbeeren besser „abwickeln“ zu können, habe ich den Drahtumbau gleich komplett entfernt. Nach gut fünf Monaten hatte sich die Erde in der Mitte so weit gesetzt, dass der Turm auch ohne Draht stehen blieb.

Und welche Überraschung! Gleich mit dem ersten Griff in die Turmerde kamen die ersten Kartoffeln zum Vorschein! Und das an einer Stelle, an der noch nicht einmal Kartoffelkraut gewachsen war…

Aber die schönste Überraschung war die Komposterde, die sich über den Sommer im Kartoffelturm gebildet hatte. Und das ist kein Zufall. Wir hatten im Frühling reifen Kompost mit Gartenerde vermischt und in die Kartoffeltürme gefüllt. Und Anfang Sommer kamen die Rosenkäferweibchen und haben wohl hunderte von Eiern in den Türmen platziert. Schon im ersten Kartoffelturm hat die „Rosenkäferernte“ die der Kartoffeln zahlenmäßig weit übertroffen. Aber im zweiten Turm habe ich in jeder Handvoll Erde mindestens drei Rosenkäferlarven gefunden.

Und die haben den eingearbeiteten Kompost und einen Teil vom Stroh einmal durchverdaut und in der ausgeschiedenen Rosenkäferkacke sind dann sogar Kartoffeln ohne Laub gewachsen! Und die entstandene Komposterde ist die beste, die ich je hatte: schwarz, feinkrümelig und voller Nährstoffe!

Natürlich durften alle Rosenkäferlarven, die ich gefunden habe, in den Komposthaufen gleich nebenan umziehen. Dort dürfen sie ihre wichtige Arbeit weiter fortsetzen. Und von wegen, wie Klaus meinte, als er den Eimer mit den gesammelten Larven aus den untersten zehn Zentimetern sah: „Da können wir ja gleich Krabbensalat machen!“

Viel zu schade zum Essen!

Nix da, mein Lieber, unsere Rosenkäferlarven werden gehegt und gepflegt, die machen mindestens so gute Komposterde wie die Regenwürmer.

Und das Fazit dieses Teils der Kartoffelernte: Wir haben etwa zwanzig Mal so viele Rosenkäferlarven wie Kartoffeln geerntet und zusätzlich die beste Komposterde und Mulch für die Himbeeren!