Samstagsmorgens…

August 9, 2021 Off By k84376

Endlich mal wieder ein Tag, an dem Zeit und Wetter es zulassen, im Garten zu arbeiten. Leider hatte Klaus keine Zeit, also musste ich mich alleine um ein paar neu gekaufte Stauden und die Brombeerwucherungen neben der hölzernen Außentreppe kümmern. Aber das macht nichts, denn Klaus hatte noch etwas weitaus Wichtigeres zu tun!

Von den Sparren im Stalldach waren drei nicht mehr so recht vertrauenswürdig, da entweder bereits angebrochen oder kurz davor, weswegen wir uns bereits ein Angebot zur Erneuerung des Stalldachs hatten machen lassen. Eigentlich wollten wir dafür schon noch Geld in die Hand nehmen, aber eine Summe von mehr als 10.000 Euro war uns dann doch viel zu viel, als dass wir es guten Gewissens hätten machen lassen – immerhin würde das Geld dann für die Sanierung der alten Mühle fehlen.

Also war Klaus vor einigen Tagen im nächstgelegenen Sägewerk und hat dort 10x10er Balken und etliche Meter Dachlatten gekauft, mit denen er nach und nach eigenhändig das Stalldach wieder auf Vordermann bringen wollte. Neu ist es dann zwar nicht, wird uns aber noch lange überdauern.

# Erst einmal einen der neuen Sparren auf beiden Seiten auf Gehrunge sägen, möglichst in der Länge, die benötigt wird, um den alten Sparren komplett zu unterbauen.
# Dann den neuen Sparren unter den alten schieben und mit Baustütze sowie Rest-Sparrenstück mitsamt Wagenheber fixieren.
# Mit Hilfe des Wagenhebers vorsichtig den neuen Sparren samt des alten so weit hoch drücken, dass sie vollflächig Verbindung haben.
# Falls notwendig, zwischen neuem und altem Sparren mit Brettstücken unterfüttern.
# Löcher für 20 cm lange Schrauben durch den neuen Sparren bis tief in den alten bohren.
# 20 cm lange Schrauben mit Unterlegscheiben festschrauben.
# Das Ganze noch vier Mal wiederholen.
# Baustütze entfernen und hoffen, dass die beiden Sparren halten…
# Rest-Sparrenstück in der passenden Länge unter den neuen Sparren klemmen und an der Wand festschrauben.
# Mit dem zweiten alten Sparren ebenso verfahren – upps, der ist doch noch weiter durchgesackt als gedacht…
# Also den daneben liegenden dritten morschen Sparren ebenfalls unterbauen und beide abwechselnd hochdrücken, damit das Dach über dem zweiten Sparren keine Beule bekommt.
# Beide Sparren wie den ersten befestigen.
# Aufatmen!

Und weil es sonntags so langweilig ist und Klaus unvollendete Arbeiten gar nicht mag, ist die Dachsanierung gestern Nachmittag dann tatsächlich fertig geworden – viel schneller, als gedacht hat Klaus es geschafft, auch noch die gebrochenen, durchgebogenen, verrutschten und anderweitig maroden Dachlatten auszutauschen oder zu verstärken!

# Ähnlich wie bei den Sparren verfahren, allerdings hier statt Wagenheber eine Deckenplattenstütze verwenden.
# Marode Dachlatte entweder komplett durch eine neue ersetzen, mit einer neuen Dachlatte, wie bei den Sparren, verstärken oder die Dachziegel mit einer unterhalb angebauten neuen Dachlatte ein wenig anheben und die marode Dachlatte so entlasten.
# Für alle maroden Dachlatten sinngemäß wiederholen.
# Umschauen, freuen und sich ein Eis gönnen.

Das Stalldach ist für die nächsten Jahrzehnte gerüstet.