Tief gegründet

Oktober 4, 2019 Off By k84376

Zugegeben, die Arbeiten dauern schon etwas länger, aber nun ist es endlich fertig: Das Fundament! Genau, DAS Fundament für unser Gewächshaus! Ich musste auf der Speicherkarte mit den Fotos weit zurück gehen, um erste Anzeichen für die Ausgrabungsarbeiten zu entdecken: Am 23. August startete das Projekt „Fundament“.

Dass wir ein Gewächshaus haben wollten, war schon länger klar. Frühbeete und Folienhäuser sind praktisch, aber in einem Gewächshaus lässt sich doch so einiges deutlich leichter kultivieren. Tomaten und Gurken haben dort einfach Wachstumsbedingungen, die näher dran sind an denen in ihrer Heimat und auch zum Vorziehen taugt so ein Gewächshaus besser als die Wohnzimmer-Fensterbank. Und wenn wir mal eine Idee gemeinsam haben, dann wird nicht gekleckert, sondern geklotzt! 3 x 3 Meter misst das Prachtstück, hat einen Vorderein- und wahlweise einen Hinter- oder Seitenausgang, außerdem vier automatische Dachfenster, vier Arbeitstische und besonders dicke, dabei aber sehr lichtdurchlässige Kunststoffwände. Und aufgrund der großen Seitenlängen hatten wir, pardon, hatte ich beschlossen, ein Streifenfundament zu betonieren, Punktfundamente waren mir zu unsicher.

Einen Platz im Garten hatten wir schon ausgeguckt: Direkt hinter den acht hohen Fichten wird es stehen, denn die Fichten sollen diesen Winter nicht überleben. Zu unsicher ist die Standfestigkeit während weiterer trockener Sommer und stürmischer Winter.

Der Platz im Garten ist gefunden und die Grundfläche des Gewächshauses grob, aber großzügig mit Pfählen markiert. Hier muss erst einmal der Bewuchs weichen, im Gewächshaus sollen ja weder Löwenzahn noch Giersch wachsen. Die Kugeldistel darf aber als Insektenfutter noch stehen bleiben, bis sie fertig geblüht hat.
Der grobe Platz ist freigelegt, jetzt müssen die genauen Umrisse festgelegt werden, damit das Fundament längen- und winkelmäßig später auch zum Gewächshaus passt. Da das Fundament nur zehn Zentimeter breit betoniert wird, müssen alle Winkel recht sein. Worauf ich hier nicht näher eingehen möchte ist die Zeit, die wir gebraucht haben, um rechte Winkel zu bestimmen…
Man sollte nicht meinen, wieviel Erde man aus so einem doch recht schmal erscheinenden Fundamentgraben ausheben kann!
Sehr viel Zeit und Arbeit hatte Klaus in den Bau der Schalung investiert. Und natürlich hatten wir uns beide jeweils einmal verrechnet, beziehungsweise vermessen, so dass die innere und die äußere Schalung diverse Male angepasst werden mussten. Damit wir beide nicht Oberarmmuskeln wie Arni bekommen würden, vom Beton anrühren, hatten wir auch einen überdimensionalen „Schneebesen“ gekauft.
Aber bevor überhaupt ans Beton mischen zu denken war, musste Klaus erst einmal eine ordentliche Schicht Schotter in die Schalung einfüllen, damit uns das Fundament nicht hochfriert…
Dann ging’s ans Rühren, das war eindeutig Klaus‘ Aufgabe. Er war nämlich vor einiger Zeit beim Estrich legen im Bad dabei und hatte gelernt, wie man professionell erdfeuchten Estrich-Beton anrührt.
Um absolut sicher zu gehen, dass uns das Gewächshaus auf seinem Fundament überleben wird, hat Klaus noch zwei Schichten 12er Stäbe zwischen drei Schichten Beton gelegt – da passiert nix mehr!
Die letzte Schicht Beton über dem zweiten Eisenstab muss natürlich in der Waage sein, sonst hängt das Gewächshaus durch. Und wieder kann Klaus das, was er im Bad von René gelernt hat, anwenden: In den Ecken und in der Mitte jeder Seite einen Haufen Beton anlegen und jeweils mit dem nächsten Haufen Beton in die Waage setzen. So einmal rund herum insgesamt acht Betonhaufen anlegen, die dann alle auf einer Höhe sind – da muss ordentlich gearbeitet werden! Und Klaus macht das wie ein Alter!
Nochmal mit der Wasserwaage kontrollieren – passt!
Also, wenn das nicht genau in der Waage ist!
Klaus ist vollkommen zufrieden mit seinen Betonhaufen. 🙂
„Hätten wir noch einen Grundstein legen sollen?“
Um noch mehr Stabilität ins Fundament zu bringen (und einen Teil der zuviel bestellten Eisenstäbe irgendwo sinnvoll unterzubringen), werden auch noch senkrecht Stäbe in den Beton gesetzt. Die nächsten hundert Jahre sollte das Fundament damit überstehen.
Natürlich muss beim Betonieren der Strecken zwischen den Betonhaufen in den Ecken und den Mitten auch noch mit der Wasserwaage gearbeitet werden. Aber das kriegt Klaus richtig gut hin!
Fertig!
Mit einer Plane abgedeckt kann der Beton jetzt erst einmal anziehen und abbinden und wenn am nächsten Wochenende das Wetter es erlaubt, wird dann ausgeschalt. Dann erst mal den ganzen Boden aus dem Innern rausschaufeln, Hasendraht einlegen, damit die Wühlmäuse sich nicht ins Gewächshaus buddeln, dann den Boden wieder rein und vielleicht schaffen wir es dieses Jahr noch, das Gewächshaus aufzubauen…

Und im nächsten Frühjahr wird das Gewächshaus dann bestückt!