Aufgerüstet

September 2, 2019 Off By k84376

Ich muss ja zugeben, so ganz wohl ist mir bei diesem Titel nicht. Klaus und ich sind ja Pazifisten und gerade gestern waren wir auch noch im Kino, um uns zum ich weiß nicht wievielten mal „Hair“ anzuschauen und auch noch zwei Anstecker „Nie wieder Krieg“ zu kaufen. Aber ein kleines bisschen wie Aufrüsten kommt es mir schon vor, was gerade rund um unseren Weinstock passiert.

Klaus und ich hatten ja die komplette Südfassade des alten Stalls, an der der Weinstock wächst, mit Vogelschutznetzen zugehängt. Nicht nur, um die reifenden Weintrauben vor Vögeln, sondern insbesondere auch vor den Waschbären zu schützen. Als ich dann heute Morgen aus dem Fenster geschaut habe, habe ich gesehen, dass der Sauhund es tatsächlich in der Nacht geschafft hatte, an einer Stelle das Vogelschutznetz nach unten abzuziehen, sich am Rankgitter hoch zu hangeln und in aller Seelenruhe Weinranken abzureißen, um die Trauben zu fressen!

Hier ist er rein gekrochen, nachdem er das Vogelschutznetz abgezogen hatte.
Abgerissene Weinranken
Abgefressene Weintrauben

Jetzt musste natürlich auch gerade heute Nachmittag Klaus noch notfallmäßig nach Frankfurt in die Bank, um sich dort als Mediator zu betätigen. Also habe ich mir alleine überlegt, wie wir ein weiteres Weinstock-Massaker verhindern können.

Am einfachsten wäre es, wenn wir dem Waschbären jeden Geschmack an den Weintrauben vergällen würden. Was also stinkt genug, um einen Waschbären den süßen Duft reifer Trauben vergessen zu lassen? Holunderzweige? Zwiebelschalen? Knoblauchzehen? Was, wenn er sich, statt die Nase zu rümpfen, beim dem Geruch noch mehr auf’s Essen freut? Also keine wirklich gute Idee…

Aber wenn’s nicht über die Nase geht, vielleicht geht es über die Pfoten und das Gesicht? Was tut weh genug, wenn man rein greift, dass einem die Lust am Klettern und der Hunger gleich mit vergehen? Wacholder! Wenn der Waschbär nur halb so allergisch auf die Nadeln reagiert wie ich, wird die kommende Nacht ihn lehren, die Pfoten von unseren Weintrauben zu lassen!

Einmal zu nah am Wacholder vorbei gegangen…

Und da viele der Wacholderbüsche, die im Garten stehen, die beiden trockenen Sommer nicht so gut überstanden haben und, ihrem Alter gemäß, eh schon ziemlich zerrupft aussehen, schlagen wir damit zwei Fliegen mit einer Klappe.

Einer der Wacholder, die den nächsten Sommer wohl eh ncht überleben würden.
Verriegelt und verrammelt – hoffentlich nutzt’s was…

Jetzt heißt’s also abwarten, wie der Waschbär auf die Wacholder-Strategie reagiert…